Minimalismus - Gründe und Argumente

Minimalismus – Lebe ich ihn? 8 Gründe, die dafür sprechen

Vor wenigen Monaten stieß ich zufällig auf den Blog einfachbewusst.de zum Thema Minimalismus. Ich stöberte ein wenig herum und mir fiel auf, dass ich – ohne es zu wissen – eigentlich schon mein Leben lang eine Art Minimalismus lebte. Die Artikel „Viele Kinder, wenig Platz“ und „Zufrieden sein mit dem, was man hat“ hatte ich geschrieben, ohne überhaupt den Begriff „Minimalismus“ gekannt zu haben.

Ich fragte mich damals, unter welchem Thema ich die beiden Artikel auf meinem Blog einordnen sollte. Mein Mann schlug mir „Leben & Wohnen“ als Kategorie vor. Mir fiel nichts Besseres ein, obwohl ich eigentlich schon dachte, dass es dafür doch einen anderen Begriff geben müsste.

Als ich drei Monate später auf dem oben genannten Blog stöberte, ging mir ein Licht auf. „Minimalismus“ könnte meine Artikel und meine Art zu leben gut umschreiben. Kurzerhand benannte ich die Kategorie „Leben & Wohnen“ meines Blogs in „Minimalismus“ um.

Ich bin sicher nicht in jeder Hinsicht minimalistisch. Wenn es um Aufgaben und Arbeit geht, bin ich eher der Typ, der sich sehr viel auflädt und versucht, aus allem das Maximum herauszuholen.

Aber in Bezug auf materielle Bedürfnisse bin und war ich schon immer sehr genügsam. Dass ich in dieser Hinsicht anders ticke als viele Menschen in meinem Umfeld, war mir schon lange aufgefallen. Dass es sich hierbei um einen Lebensstil handelte, für den sich manche Menschen ganz bewusst entschieden, war mir allerdings nicht wirklich bewusst.

Um welche meiner Eigenschaften es sich handelt, die ich als "minimalistisch" bezeichnen würde, führe ich im Folgenden auf.

1. Ich trage immer dieselben Klamotten, bis sie kaputt sind

Als Kind interessierten mich Klamotten kaum. Ich zog an, was meinem großen Bruder zu klein war, meine Mutter einfach nach Hause brachte, was meine Oma für mich gestrickt hatte oder ich von sonst jemandem second-hand geschenkt bekam. Von Marken und Mode hatte ich keine Ahnung. Da ich als Jugendliche oft gestrickte Klamotten anzog und meine engste Schulfreundin die mit Flicken versehenen Hosen ihres großen Bruders auftrug, wurden wir beide mit den Spitznamen "Flick und Strick" gehänselt.

Es gab eine Phase als Jugendliche, in der ich versuchte, mich anderen anzupassen, um mich nicht als Außenseiterin zu fühlen. Ich schaute mir an, was die beliebteren Mädchen für Klamotten trugen. Bis ich dann aber selbst Ähnliches besaß, war es immer schon wieder aus der Mode gekommen.

Später fing ich an, meinen eigenen Kleidungsstil zu entwickeln, aber Marken und Mode sagen mir bis heute absolut gar nichts. Ich trage einfach, was mir gefällt und was zu mir passt, selbst wenn ich es zufällig bei Aldi entdecke. Ich habe aber eher wenig Auswahl und ziehe das meiste solange an, bis es kaputt oder völlig verwaschen ist. Bei Teilen, die ich besonders gerne trage, nähe ich Löcher zu und abgefallene Knöpfe wieder an.

In ein Kleidergeschäft gehe ich normalerweise nur, wenn ich etwas Konkretes benötige. Beim letzten Hosenkauf kaufte ich mir im ersten Geschäft, das ich betrat, gleich fünf Jeans, in der Hoffnung, ich käme damit ein paar Jahre länger zurecht als sonst.

2. Ich besitze nur wenige Schuhe, dafür bequeme

Auf durchschnittlich.de steht, dass deutsche Frauen im Durchschnitt um die zwanzig Paar Schuhe besäßen und vier Mal jährlich neue Schuhe kauften. Fünfundzwanzig Prozent aller Frauen besäßen sogar über dreißig Paar Schuhe.

Ich besitze sieben Paar Schuhe. Dazu zählen ein Paar Sneaker von Adidas - die typischen schwarzen mit den weißen Streifen. Das selbe Modell trage ich seit fünfzehn Jahren. Alle zwei bis drei Jahre gingen die Schuhe kaputt und ich kaufte mir exakt die gleichen wieder. Bei dem Paar, das ich zurzeit trage, müsste es sich um mein fünftes oder sechstes handeln.

Weiterhin besitze ich gefütterte Lederschuhe für den Winter. Diese kaufte ich vor etwa zehn Jahren. Es dauerte zwei bis drei Winter, bis sie richtig eingelaufen waren und nirgendwo mehr drückten. Vor zwei Jahren sammelten sich Kieselsteine in den Absätzen, da diese inzwischen Löcher aufwiesen. Obwohl die Lederschuhe wirklich alt und verbraucht aussahen, beschloss ich, die Absätze für ein paar Euro auszuwechseln, anstatt mir neue Schuhe zu besorgen. Schließlich waren die Schuhe doch jetzt bequem und es erschien mir weniger aufwendig, umweltfreundlicher und kostengünstiger, die Schuhe flicken zu lassen. Inzwischen lebe ich zwar vegan und würde nichts mehr aus Leder kaufen. Aber mich der Schuhe zu entledigen, bringe ich nicht übers Herz. Damit wäre ja auch weder einem Tier, noch der Umwelt geholfen.

Mein drittes Paar Schuhe sind Ledersandalen aus Israel. Vor zwölf Jahren hatte ich mir dort selbst welche gekauft. Aber diese waren inzwischen so abgelaufen, dass meine Eltern mir vor zwei Jahren aus Israel neue mitbrachten. Auch hier habe ich beschlossen, diese trotz Leder weiter anzuziehen, bis sie abgetragen sind.

Für besondere Anlässe habe ich mein viertes Paar Schuhe. Etwas elegantere mit einem kleinen Absatz. Diese trage ich vielleicht einmal in zwei Jahren. Ich kaufte sie vor zehn Jahren, als ich noch in Köln in der Agentur arbeitete und mich zu Terminen mit Kunden etwas schicker anziehen sollte. Ich glaube, diese Schuhe werden mein Leben lang halten.

Weil wir vor einem Jahr auf vegan umstellten, bestellte ich mir damals ganz günstig ein Paar vegane Ballerina-Schuhe. Diese habe ich aber erst einmal getragen. Das war vielleicht ein überstürzter Kauf.

Außerdem besitze ich etwa seit meinem fünfzehnten Lebensjahr ein Paar weiße Turnschuhe. Sie sind noch top, weil ich für meine favorisierten Sportarten (Schwimmen und Fahrradfahren) keine Turnschuhe benötige.

Mein siebtes und letztes Paar Schuhe habe ich mir vor anderthalb Jahren bei Aldi gekauft. Es sind Stiefel aus Kunstleder, die ich trage, wenn draußen Schnee liegt.

Zum Wandern trage ich meine Alltagsschuhe. Wanderschuhe habe ich bei McTrek in unserer Nähe einmal zahlreiche durchprobiert und kein Paar gefunden, das mir nicht weh tat. Da wir mit den Kindern sowieso nicht mehr große und anstrengende Wanderungen machen können, habe ich das Thema Wanderschuhe hinten angestellt.

3. Mit der Anschaffung technischer Neuentwicklungen hinke ich immer hinterher

Als ich etwa vierzehn war, ging es los, dass sich alle um mich herum ein Handy zulegten. Ich selbst hatte kein Bedürfnis nach einem Handy. Erst vier Jahre später, mit achtzehn, legte ich mir eines zu. Ich hatte festgestellt, dass ich ohne Handy oft ausgegrenzt wurde. Es hieß: „Wir haben dir nicht Bescheid gesagt, weil du kein Handy hast“. Ich dachte, um meine Kontakte zu pflegen, wäre es vielleicht doch einfacher, ein Handy zu besitzen.

Mein erstes Handy diente lediglich zum SMS-Schreiben und Telefonieren. Bis vor drei Jahren kam ich mit einem Handy dieser Art bestens zurecht und wusste nicht einmal, was „Whatsapp“ und Co. ist. Mit Prepaid-Karten lud ich alle paar Monate fünfzehn Euro auf.

Obwohl inzwischen nahezu alle in meinem Umfeld ein Smartphone besaßen, spürte ich keinerlei Verlangen danach. In sozialen Netzwerken war ich überhaupt nicht aktiv. Mit meinen Freunden schrieb ich E-Mails, telefonierte über das Festnetztelefon oder über Skype von meinem Computer aus.

Vor drei Jahren, als meine zweite Tochter zur Welt kam, fragte ich mich auf einmal, was ich eigentlich für eine Mutter sein würde. Eine Mutter, die sich nicht mitentwickelte und völlig hinter dem Mond lebte? Mir gefiel diese Vorstellung nicht und ich beschloss deshalb, mir ein Smartphone zuzulegen. Zu Beginn benutzte ich auch dieses kaum.

Inzwischen habe ich die Vorteile davon erkannt und würde es ungerne missen wollen. Besonders die Möglichkeit, Fotos und Sprachaufnahmen der Kinder an die Großeltern verschicken zu können und mit dem Handy immer eine Kamera dabei zu haben, gefallen mir. Außerdem ist es angenehm, vom Bett aus Nachrichten lesen oder auch mal eine E-Mail beantworten zu können.

4. Ich schaue kaum fern und kenne mich in der Promiwelt nicht aus

Wir besitzen zwar einen Fernseher (wäre auch komisch, wenn nicht, schließlich ist mein Mann Fernsehredakteur). Wir nutzen ihn allerdings eher selten. Wenn, dann sehen wir uns am Abend gezielt Sendungen über Netflix an oder eine bestimmte Talksendung wie „Hart aber fair“, die uns gerade thematisch interessiert. Alleine schalte ich den Fernseher aber nie an. Es macht mir nur Spaß, wenn ich mich mit jemandem über das Gesehene unterhalten kann.

Ich stelle immer wieder fest, dass ich mich durch den wenigen Fernsehkonsum überhaupt nicht damit auskenne, was es alles an Sendungen und prominenten Musikern oder Schauspielern gibt.

5. Nach einem Auto hatte ich nie das Verlangen

Vor neun Jahren wollten meine lieben Schwiegereltern uns zur Hochzeit ein Auto schenken. Wir lebten mitten in Köln und ich sah keinen Sinn darin, ein Auto zu besitzen.

Mit der Bahncard 25 waren wir wunderbar im Zug unterwegs in den Schwarzwald und in die Schweiz. Ab und zu mieteten wir ein Auto und nahmen über Mitfahrgelegenheit.de Leute mit. Und zuhause in Köln konnten wir fast alles zu Fuß erledigen. Die Strecke von acht Kilometern zu meiner Arbeit in Köln-Mülheim fuhr ich täglich bei jedem Wetter mit dem Fahrrad.

Als unsere erste Tochter zur Welt kam, boten meine Schwiegereltern uns erneut an, uns mit einem Auto zu beglücken. Obwohl mein Mann sich sehr über dieses Angebot freute, setzte ich mich auch diesmal wieder durch. Ich wollte kein Auto. Ich sah kein Problem darin, mit einem Baby im Zug unterwegs zu sein.

Tatsächlich klappte das Zugfahren mit Kleinkind prima. Auch mit meiner zweiten Tochter reiste ich inzwischen von München aus problemlos im Zug in die Schweiz. Die große Tochter auf dem Rücken, die Kleine am Bauch, an der Seite die Handtasche und den Koffer in der Hand. So schaffte ich den Umstieg in Stuttgart oder Mannheim problemlos und ohne Hilfe von Fremden.

Schwieriger war es, wenn mein Mann dabei war. Er empfand die Reiserei mit zwei Kindern im Zug als furchtbar. Ich fand, es war es eine Frage der Einstellung! Aber als ich mit dem dritten Kind schwanger war, bestand mein Mann auf den Kauf eines Autos und diesmal gab ich nach. Ich muss nun auch eingestehen, dass es ohne Auto schwierig geworden wäre. Wir besuchen regelmäßig Verwandte im Schwarzwald und in der Schweiz, die vom Bahnhof aus nur mit dem Auto zu erreichen sind. Zu fünft hätte uns niemand mehr mit dem Auto am Bahnhof abholen können. Wir hätten also für jede Fahrt in die Schweiz ein Auto mit drei Kindersitzen mieten müssen.

Jetzt haben wir zwar ein Auto, nutzen es aber sehr wenig. Nur für Ausflüge außerhalb der Stadt oder die Fahrten in die Schweiz. Ansonsten erledige ich praktisch alles zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Selbst die Großeinkäufe kriege ich ganz gut zu Fuß mit dem Kinderwagen hin. Darin lässt sich einiges verstauen und ich komme damit bis vor die Wohnungstür, während ich das Auto an der Straße stehen lassen und mit den Kindern und den Einkäufen irgendwie zur Wohnung kommen müsste. Außerdem mag ich es, mich zu Fuß ein wenig an der frischen Luft zu bewegen, wo ich sonst für Sport schon keine Zeit finde.

6. Ich lege keinen Wert auf den „Namen“ meiner Produkte

Wie erwähnt, interessieren mich Marken in keiner Weise. Ich erkenne nicht, ob irgendjemand „teuer“ eingekleidet ist oder Klamotten aus dem Discounter trägt. Dafür habe ich absolut kein Auge. Ich achte gar nicht erst auf sowas. Ich kenne, um ehrlich zu sein, so gut wie keine Modelabels.

Bei anderen Dingen geht es mir genauso. Ich kann kaum Symbole von Marken den Herstellern zuordnen.

Ich bin definitiv kein Typ, der für den „Namen“ irgendeines Produkts bereit ist, mehr zu bezahlen.

Dass manche Leute das Bedürfnis nach Kleidung, Uhren, Schmuck oder anderem Luxus im Wert von mehreren Tausend Euro haben, während Menschen in anderen Teilen der Welt nicht einmal genug zu essen haben, kann ich nicht nachempfinden.

Ich sagte meinem Mann, als wir noch unverheiratet waren, dass ich auf keinen Fall einen Verlobungsring haben wollte. Ein Ring - zur Hochzeit - würde doch reichen. Und auch dieser ist nicht annähernd so wertvoll, wie es sonst hier so üblich ist. Ansonsten besitze ich kein einziges teures Schmuckstück.

7. Wir leben (bald) zu sechst in einer Dreizimmerwohnung

Wie ich in meinem Beitrag „Viele Kinder, wenig Platz“ schildere, leben wir mit unseren (bald) vier Kindern in einer Wohnung mit siebzig Quadratmetern und drei Zimmern. Die Wohnung befindet sich in einem achtstöckigen Gebäude mit achtzig Wohnungen. Kein wirkliches „Vorzeige“-Zuhause.

Obwohl ich eigentlich von einem Häuschen mit Garten geträumt hatte, in dem meine Kinder groß werden sollten, fühle ich mich in unserer Wohnung unendlich wohl. Jetzt, wo es „normalerweise“ an der Zeit wäre, sich nach einer größeren Unterkunft umzusehen und wir auch immer wieder darauf angesprochen werden, dass unsere Wohnung doch langsam zu klein sei, habe ich gerade gar nicht das Bedürfnis nach einer größeren Bleibe. Ich sehe so viele Vorteile darin, in einer kleinen Wohnung zu leben. (Siehe hierzu mein Beitrag „Zufrieden sein mit dem, was man hat“.)  Für wenn die Kinder größer sind, würde ich mir aber schon wenigstens ein weiteres Zimmer wünschen. Für mehr wird es uns finanziell hier in München wohl sowieso nie reichen.

8. Wir besitzen keine teuren Möbel

Dass unsere Wohnung minimalistisch eingerichtet ist, kann man nicht unbedingt behaupten. Wir haben ziemlich viele Regale. Auch nicht wenige Bücher und viele Bilder an den Wänden. Die Regale sind aber ordentlich eingeräumt und unsere Bücher, Ordner und sonstigen Dinge sind sinnvoll und übersichtlich sortiert. Ein gemütliches und aufgeräumtes Zuhause zu haben, ist mir sehr wichtig.

Worauf ich allerdings gar keinen Wert lege, ist das Design unserer Möbel. In unserem Spielzimmer stehen noch die alten Ikea-Regale aus meinem ehemaligen Kinderzimmer. Zum Glück werden diese Regale immer noch hergestellt, sodass wir noch einige dazukaufen konnten. Sie sind sehr günstig und gleichzeitig total praktisch, da man sie beliebig aneinanderhängen kann und die Regalböden höhenverstellbar sind. Man kann jederzeit Regalböden ergänzen oder entfernen.

Fürs Wohnzimmer haben wir uns die gleichen Regale angeschafft, sie jedoch weiß lasiert, damit sie ein bisschen hübscher aussehen. Unser Schreibtisch besteht aus einem Brett, welches wir ebenfalls weiß lasiert haben. Auch sonst haben wir, abgesehen von den Tripp-Trapp-Kinderstühlen, die wir jeweils zu den Geburten geschenkt bekamen, keine teuren Möbel und schon gar keine Designermöbel. Wir besitzen einige Möbel aus zweiter Hand und sonst eigentlich nur welche von Ikea.

Im nächsten Beitrag erfahrt ihr noch acht weitere Eigenschaften von mir, die zum Minimalismus passen:

Bin ich eine Minimalistin? 8 weitere Argumente dafür

Hier nochmals meine bereits erwähnten Beiträge zum Thema Minimalismus:

Viele Kinder, wenig Platz – kreative Wohnungseinteilung

Zufrieden sein mit dem, was man hat

6 comments:

Liebe Shani
Ich denke mir, dass viele Menschen den Minimalismus leben, da es die Lebensumstände nicht anders zulassen. Aus meiner Sicht ist es aber ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz und gegen die Wegwerfgesellschaft. Ich habe etwas über vier Jahre in Bolivien im Rahmen der internationalen Entwicklungszusammenarbeit gelebt und habe nur das nötigste mitnehem können. Das meiste aus meiner damaligen Wohnung hatte ich verkauft oder verschenkt. Nur auf rund 10 Quadratmeter hatte ich etwas an Möbel und persönlichen Dingen eingestellt, von denen ich mich nicht trennen konnte oder wollte – bei den meisten Sachen habe ich nach der Rückkehr in die Schweiz gemerkt, dass sie nicht mehr wirklich zu mir passten. Und auch heute lebe ich viel ‘schlanker’ – und das tolle: Es ist viel einfacher Ordnung zu halten!
Auch habe ich noch nie ein Auto besessen, da es in einer Stadt aus meiner Sicht schlichtweg nicht nötig ist. Ich mache viel mit dem Fahrrad oder mit dem ÖV. Beim Fahrrad habe ich mir den Luxus eines E-Bikes geleistet, da ich für den Hin- und Rückweg zur Arbeit eine grosse Steigung zu bewältigen habe.
Handy gebraucht aus dem Internet – nicht das neueste Modell, kann aber alles, was es braucht. Und daheim wird viel repariert, anstatt weggeworfen. Was wir nicht mehr brauchen verkaufen oder verschenken wir oft im Internet und besorgen uns auch immer wieder Dinge gebraucht.
Und auch zu den Kleidern trage ich sehr Sorge. Zum Beispiel T-Shirts nach dem Waschen gut in Form gebracht, bleiben lange schön.
Ich finde es befremdend, den Minimalismus als Lebensstiel zu deklarieren – für mich ist es einfach ein logischer Weg, um die Umwelt zu schonen. So wie auch Du das schon lange automatisch gelebt hast.
Bin auf den zweiten Teil des Berichts gespannt!

Antworten

Liebe Alexandra,

danke für deinen Bericht. Wir sind uns da tatsächlich ähnlich.

Dass viele aufgrund der Lebensumstände minimalistisch leben, ist sicher richtig. Bei uns ist es ja auch ein Stück weit finanziell bedingt, dass wir beispielsweise in “nur” drei Zimmern leben.

Aber dennoch gibt es Menschen, die ihre Prioritäten anders setzen. Die für vieles, was in meinen Augen wichtiger wäre, kein Geld mehr übrig haben, weil sie halt eben vier Mal im Jahr neue Schuhe kaufen wollen oder irgendwelche Markenzeichen auf ihren Klamotten zu sehen sein sollen. Viele verschulden sich oder sind immer finanziell knapp, weil sie sich zu viel “Luxus” leisten. Und wenn es darum geht, bei einer Katastrophe für Opfer etwas zu spenden, haben solche Leute oft nur Kleinstbeträge übrig.

Wie ich im Artikel schreibe, war mir das auch nicht bekannt, dass sich manche für eine minimalistische Lebensweise so bewusst entscheiden. Aber ich finde es dennoch toll, dass Menschen ihren Konsum hinterfragen und zum Schluss kommen, dass für ein glückliches Leben andere Werte ausschlaggebend sind.

Liebe Grüße

Shani

Antworten

Hallo,ich lese ab und an deinen Blog und kann (muß ) ehrlich gestehen,dass ich anfangs öfter den Kopf geschüttelt habe. Bestimmt bist du dir darüber bewußt,dass deine Art zu leben auch auf Unverständnis trifft 😉
Aber heute,mit diesem Beitrag,hast du bei mir 100 sympathiePunkte gewonnen (nicht,dass du vorher unsympathisch gewesen wärst!)!
Wir gucken nämlich auch kein Fernsehen und ich besitze auch nur 10 paar Schuhe! 😅😅
Ich finde eure Art zu leben faszinierend,auch wenn ich es persönlich nicht könnte,zu sehr brauche ich Raum für mich und meine Kreativität. Obwohl wir zu 4.auch nur auf 100 qm leben,haben die Kinder doch ihr eigenes Reich. Ein großes Reich mit getrennten SchlafBereichen. Doch ich denke,du gehst deinen Weg und dieses ist für dich genau das Richtige, dein Leben lebst nur du und ich finde deine Art und Weise mit dem Leben um zu gehen sehr interessant.
Also mach weiter so wie bisher, ich bleibe gerne Leser deines Blogs! Aber noch eine kleine “RandNotiz”: was,wenn deine Kinder größer werden? Einen Freund haben? Eigene Privatsphäre fordern? Wird es dann immer noch ein Familienbett geben?
Liebe Grüße,Tanja

Antworten

Liebe Tanja,

danke für deinen ehrlichen Kommentar! Ich freue mich, dass du weiter auf meinem Blog gelesen hast, obwohl du teilweise andere Sichtweisen hast als ich.

Im Moment bin ich mit unserer Wohnsituation absolut zufrieden und sehe darin viele Vorteile. Aber für wenn die Kinder größer sind, erhoffen wir uns natürlich schon etwas mehr Raum. Hier in München sind die Mieten unheimlich teuer. Mit unserer Dreizimmerwohnung haben wir Glück, dass wir noch unter 900 € bezahlen (sehr wenig für München). Wollten wir nur ein Zimmer mehr, müssten wir mit um die 600 € mehr Miete rechnen. Für ein Zimmer? Bei mir hat diese Situation dazu geführt, mich mit den Vorteilen unserer jetzigen Wohnung anzufreunden und mich auf diese Vorteile zu fokussieren. Für einen Wohnungskauf reichen unsere bisherigen Ersparnisse leider bei weitem nicht aus, aber durch die “niedrige” Miete können wir wenigstens noch ein bisschen was zur Seite legen und schaffen es vielleicht später einmal, uns etwas eigenes zu kaufen … Entweder mit einem Zimmer mehr oder etwas Größeres weit außerhalb von München …

Unsere Kinder werden ganz sicher das Familienbett von selbst verlassen wollen. Jetzt ist die Älteste gerade mal sechs. Sie braucht noch viel Nähe und Zuwendung. Sobald sie den Wunsch nach einem eigenen Bett äußert, erfüllen wir ihr diesen. Wie auch immer sich das dann gestaltet. 😉

Herzliche Grüße

Shani

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Oh je,da sieht man mal wieder die Unterschiede zwischen Ost und West.
Ich habe damals für eine 3 Raum Wohnung 740 Euro warm bezahlt,hatte 80 qm,das fand ich damals extrem teuer.
Aber bei euch die preise sind ja noch schlimmer!!! Nun gut,mein Mann und ich haben mittlerweile ein kleines Haus im grünen,die Größe und die Nebenkosten sind überschaubar.😆
Ich drücke euch auf alle Fälle ganz Doll die Daumen,dass ihr irgendwann etwas richtig passendes findet,etwas dass zu euch passt! Und auf deine nächsten Beiträge bin ich echt gespannt,irgendwie hast du mich angesteckt und ich hab heute angefangen,das Spielzimmer der Kinder zu “entmüllen” 😅
Ganz nach deinem Geschmack: weniger ist mehr und mit dem zufrieden sein, was man hat
ich drück dich,liebe grüße

Antworten

Ich habe immer gedacht, wir würden mal ein Haus mit Garten im Schwarzwald besitzen. Das wäre finanziell überhaupt kein Problem. Aber das lässt sich einfach mit dem beruflichen Weg meines Mannes nicht vereinbaren … Und jetzt stelle ich halt eben fest, dass es auch in einer kleinen Wohnung ganz nett ist. 🙂 Und die berufliche Erfüllung ist ja auch viel Wert.

Das freut mich, dass mein Beitrag bei dir etwas ausgelöst hat! Im nächsten Beitrag schreibe ich noch mehr zum Thema Minimalismus.

Viele herzliche Grüße

Shani

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