Die Hausgeburt unseres dritten Kindes

Ich berichtete bereits von meinen ersten zwei Geburten, von denen die erste ambulant in der Klinik und die zweite zuhause stattfand.

In einer Befragung gaben nach einer Klinikgeburt 45 Prozent der Mütter an, dass sie dies bei der nächsten Geburt wiederholen wollten. 86 Prozent waren es bei Müttern, die ambulant geboren hatten. Bei den Frauen, die eine Hausgeburt hatten, wollten es alle wiederholen. Natürlich stand auch für uns außer Frage, dass das dritte Baby wieder zuhause zur Welt kommen sollte.

Diesmal planten wir von vorne herein, dass meine Mutter aus der Schweiz für die Mithilfe mit den Kindern während der Geburt anreisen würde. Da sie noch berufstätig war, konnte sie aber nicht einfach mehrere Wochen bei uns verweilen. Der Plan war, sie bei ersten Anzeichen für eine baldige Geburt kommen zu lassen.

Der errechnete Geburtstermin wurde vorverlegt

Die Frauenärztin hatte ursprünglich den 6. Februar 2015 als Geburtstermin errechnet. Das fand ich ziemlich spät, weil ich genau über meinen Zyklus Bescheid wusste und selbst auf den 28. Januar als Geburtstermin gekommen war. Ein Unterschied von 9 Tagen erschien mir enorm. Als die Frauenärztin bei einer späteren Untersuchung anbot, den Geburtstermin auf den 1. Februar zu korrigieren, war ich einverstanden. Eine sehr dumme Entscheidung, wie mir sehr bald klar wurde.

Bereits das zweite Kind hatte ich übertragen und ich wusste ja, dass bei einer zu langen Übertragung eine Hausgeburt ausgeschlossen würde. Genau das hatte mich ja schon bei der zweiten Schwangerschaft nach der Überschreitung des Termins so belastet. Wie konnte ich nur so blöd sein und diese Terminkorrektur befürworten? Als ich es meiner Hebamme mitteilte, sagte sie mir gleich, dass das keine gute Entscheidung war.

Falsche Deutung der Geburtsanzeichen

Am 23. Januar hatte ich zum ersten Mal leicht schmerzhafte Wehen und ließ meine Mutter übers Wochenende kommen. Allerdings verschwanden die Wehen nach ihrer Ankunft wieder gänzlich. Mit einem großen Spaziergang und mehreren Tassen Kinderpunsch versuchte ich, die Wehen wieder in Gang zu bringen. Aber das half überhaupt nicht. Meine Mutter fuhr am Sonntagabend wieder zurück in die Schweiz, um am Montag wieder arbeiten zu können.

Und wieder überschritt ich den errechneten Geburtstermin

Erst zwei Wochen später, also fünf Tage nach dem errechneten Geburtstermin, hatte ich wieder regelmäßige, leicht schmerzhafte Wehen. Schon seit Wochen konnte meine Mutter nichts mehr richtig planen, weil sie nie wusste, ob sie nicht jeden Augenblick eine vierstündige Fahrt nach München antreten müsste. Das zerrte an ihren Kräften. Sie beschloss nun, nach München zu kommen und bis nach der Geburt zu bleiben.

Aber auch diesmal verschwanden die Wehen wieder. Ich war sehr frustriert und ärgerte mich jeden Tag über die unnötige Korrektur des Geburtstermins. Denn ich wusste, dass man mir schon bald zur Einleitung der Geburt raten würde und eine Hausgeburt dann ausgeschlossen würde.

Kontrolle in der Klinik – dringende Empfehlung zur Einleitung der Geburt

Die Frauenärztin war inzwischen aufgrund der Überschreitung des Geburtstermins nicht mehr für die Kontrolle der Schwangerschaft verantwortlich. Am 9. Februar musste ich deshalb in die Klinik, in der ich mich sicherheitshalber für die Geburt angemeldet hatte. Herztöne, Nabelschnurdurchblutung, Größe des Babys und Fruchtwassermenge waren optimal. Inzwischen hatte ich auch schon den Schleimpfropf verloren, was auf eine baldige Geburt hindeutete.

Dennoch legte mir die Ärztin „dringend“ nahe, am 11. Februar die Geburt in der Klinik einzuleiten. Ich konnte das nicht nachvollziehen. Obwohl ich schon Anzeichen für eine baldige Geburt hatte, ich bereits zwei Kinder ohne Einleitung natürlich geboren hatte, das Ungeborene nicht besonders groß und weiterhin optimal versorgt war, sollte ich nur zwei Tage später „dringend“ zur Einleitung in die Klinik? Auch die Tatsache, dass der Termin von der Frauenärztin ursprünglich auf den 6. Februar festgelegt worden war, was ja bedeutete, dass ich demnach möglicherweise erst drei Tage überschritten hatte, wurde völlig außer Acht gelassen. Warum wird da nicht von Fall zu Fall abgewogen?

Für mich war klar, dass diese Einleitung nicht in Frage käme. Die Hebamme meinte, sie würde noch bis zum 12. Februar eine Hausgeburt mitmachen, sofern ich täglich zur Kontrolle in die Klinik ginge. Danach hätte ich in der Klinik gebären müssen. Aber zum Glück dauerte es dann sowieso nicht mehr so lange.

Endlich stärkere Wehen – ausgerechnet am ungünstigsten Tag

In der Nacht auf den 10. Februar hatte ich deutlich stärkere Wehen. Ich hatte die Hoffnung, die Geburt ginge endlich los und ich würde das Baby noch vor 08:00 Uhr bekommen, denn ausgerechnet an diesem Tag sollte von 08:00 Uhr bis 17:00 Uhr die Warmwasserversorgung in unserem Haus unterbrochen werden. Ein Aushang hing schon seit Wochen an unserer Eingangstüre, aber ich hatte nicht damit gerechnet, dass uns das während der Geburt tangieren könnte!

Da ich bei den letzten Geburten während der Wehen in der Badewanne lag, fand ich die Vorstellung sehr schlimm, ohne warmes Wasser gebären zu müssen.

Die Wehen wurden in dieser Nacht nicht stärker. Mein Mann fuhr dennoch nicht zur Arbeit. Abgesehen davon gingen wir aber unserem normalen Alltag nach. Um 14:00 Uhr holten meine Mutter und ich mit unserer jüngeren Tochter die Große vom Kindergarten ab. Danach spazierten wir noch zum weiter entfernten Supermarkt und erledigten ein paar Einkäufe.

Pünktlich zur Wiederkehr des Warmwassers wurden die Wehen stärker

Genau um 17:00 Uhr, als wir wieder warmes Wasser hatten, wurden meine Wehen schmerzhaft. Sie kamen alle sieben Minuten und ich musste dabei innehalten. Ich kochte noch das Abendessen und informierte die Hebamme über meinen Zustand.

Nach dem Essen ließ ich Wasser in die Wanne einlaufen, schaltete die kleine Wandlampe im Bad an und stellte kleine batteriebetriebene weiße Teelichter auf. Normale Kerzen entzogen dem kleinen Raum zu viel Sauerstoff, hatten wir bei der letzten Geburt festgestellt.

Aber dann mochte ich doch nicht ins Wasser gehen, weil die Wehen noch so selten kamen und ich nicht sicher war, ob sich wirklich bald etwas tat.

Es war noch zu früh, um die Kinder ins Bett zu bringen. Nachdem mein Mann und meine Mutter die Küche aufgeräumt hatten, setzten sie sich mit den Kindern ins Wohnzimmer und guckten eine DVD.

Heftige Wehen, aber in großen Abständen – tut sich überhaupt etwas?

Vom Spielzimmer aus rief ich nochmal die Hebamme an. Sie sagte, ich solle mal für eine Stunde in die Wanne gehen und sehen, wie sich die Wehen entwickeln. Ich bat meine Mutter darum, zu mir ins Bad zu kommen. Ich wollte nicht alleine sein. In der Wanne hatte ich etwa alle 8 Minuten recht heftige Wehen, bei denen ich bereits sang, um mich vom Schmerz abzulenken. Ich verstand nicht, warum die Wehen nur so selten kamen. Tat sich denn überhaupt etwas? Wenn die Wehen schon so schmerzhaft waren, müssten sie doch in viel kürzeren Abständen kommen? Meine Mutter fand, ich solle froh sein, dass ich mich dazwischen immer wieder erholen konnte. Sie meinte, die Wehen seien doch sicher trotzdem muttermundwirksam.

Unter Wehen brachte ich meine Kleine zum Schlafen

Es war jetzt schon nach 20:00 Uhr und mein Mann versuchte, die Kinder ins Bett zu bringen. Die Kleine weinte fürchterlich nach mir, da sie normalerweise immer von mir ins Bett gebracht wurde. Meine Mutter sagte, mit diesen Wehen könne ich sie aber schlecht selber ins Bett bringen. Sie verließ das Bad und versuchte die Kleine zu beruhigen, aber sie schaffte es auch nicht. Also stieg ich dennoch aus der Wanne aus und beschloss, meine Tochter trotz der Wehen in den Schlaf zu begleiten.

Ich legte mich mit ihr ins Gästebett im Spielzimmer, damit wir die Große nicht wieder aufweckten, die schon eingeschlafen war. Die Kleine beruhigte sich neben mir auf der Stelle und schlief ganz friedlich ein. Ich hatte währenddessen zwei Mal eine Wehe, bei der ich mich hin und her wälzte und ein paar Töne sang. Meine Tochter blieb dabei ganz ruhig. Als sie schlief, stand ich auf, mochte aber nicht mehr in die Wanne. Gerade war es mir darin zu warm gewesen.

Ich war sehr erleichtert und froh, dass ich meine Tochter selbst hatte ins Bett bringen können und sie letztendlich so ruhig und zufrieden eingeschlafen war. Ich freute mich außerdem, dass die Kinder schliefen und meine Mutter sich nicht um sie kümmern musste, sondern mich bei der Geburt begleiten konnte.

Zugleich machte ich mir Sorgen, dass die Kleine schon bald wieder aufwachen würde, wenn meine Wehen vielleicht schon wesentlich häufiger und stärker wären und ich sie dann nicht mehr selbst beruhigen könnte. Meistens wachte sie nämlich abends noch mehrmals auf, nachdem ich sie ins Bett gebracht hatte.

Versuch, außerhalb der Wanne mit den Wehen klarzukommen

Jetzt legte ich mich aufs Sofa im Wohnzimmer und dachte, dass ich vielleicht doch hier das Baby kriegen würde. Ich merkte aber schnell, dass ich mich außerhalb des Wassers schwertat. Ich wusste nicht, wie ich mit den Wehen umgehen sollte. Meine Mutter schlug mir vor, aufzustehen und mich am Esstisch abzustützen. Aber das half mir gar nicht.

Ich rief die Hebamme nochmal an und sagte ihr, dass die Wehen schon sehr heftig wären. Sie machte sich daraufhin auf den Weg zu uns.

Muttermund schon acht Zentimeter geöffnet – ein Lichtblick!

Um ca. 21:00 Uhr traf die Hebamme ein und tastete meinen Muttermund ab. Schon acht Zentimeter sei er geöffnet. Ich war ganz baff und freute mich sehr, weil bei meinen vorigen Geburten bei acht Zentimetern Muttermundöffnung ziemlich bald die Presswehen losgingen. Auch meine Mutter und mein Mann waren erstaunt, dass die Wehen in diesen großen Abständen schon so viel bewirkt hatten.

Ich beschloss, doch wieder in die Wanne zu gehen, weil ich die Vorstellung weiterhin angenehmer fand, mein Baby im Wasser zur Welt zu bringen. Das Wasser war inzwischen etwas abgekühlt, dass es für mich passte.

Ich verlor langsam meine Kräfte

Die Wehen kamen aber immer noch nicht richtig in Gang. Ich hatte immer noch große Abstände von bis zu acht Minuten. Ich wurde langsam müde und kraftlos und fragte immer wieder, weshalb die Fruchtblase nicht endlich platzte. Ich hatte keine Lust mehr auf diese Geburt. Ich wollte am liebsten unterbrechen und am nächsten Tag weitermachen, so erschöpft war ich! Ich wollte nur noch schlafen nach diesem langen Tag. Warum kamen nicht endlich Presswehen?

Die Herztöne waren optimal und die zweite Hebamme kam hinzu

Meine Mutter saß bei mir im Bad. Die Hebamme kam ab und zu rein und hörte die Herztöne des Babys ab. Sie waren immer sehr kräftig. Mein Mann schaute auch immer mal rein, hielt sich aber hauptsächlich mit der Hebamme im Wohnzimmer auf.  Sie riefen nun auch die zweite Hebamme an, die daraufhin kam und sich zu ihnen gesellte.

Ein Rein und Raus aus der Badewanne

Etwa um 22:30 Uhr schlug meine Hebamme mir vor, die Wanne zu verlassen. Sie meinte, außerhalb des Wassers würde sich mehr tun. Ich stieg aus und stütze mich an der Waschmaschine im Bad ab. Die Wehen kamen tatsächlich schneller, aber ich konnte wesentlich schlechter damit umgehen.

Auch im Stehen sang ich während den Wehen laute Töne und hörte, wie während meines Gesangs irgendein Nachbar an die Wand klopfte, der sich offensichtlich durch meine vermeintlichen Gesangsübungen zu so später Stunde belästigt fühlte.

Die Hebamme rieb mir ein ätherisches Öl auf den Rücken und zeigte meiner Mutter, die hinter mir saß, wie sie mich damit massieren konnte. Ich hatte kaum Kraft in den Beinen und konnte mich zwischen den Wehen nicht so entspannen, wie ich es in der Wanne gekonnt hatte. Nach drei Wehen wollte ich lieber wieder ins Wasser.

In der Wanne kamen die Wehen wieder in größeren Abständen. Meine Mutter meinte auch, ich sollte besser wieder aussteigen, außerhalb des Wassers ginge es schneller voran. Um kurz nach 23:00 verließ ich die Wanne erneut.

Der Muttermund geöffnet, aber die Fruchtblase noch zu

Ich hatte wieder einige Wehen und meine Mutter massierte ständig meinen Rücken mit dem Öl, das die Hebamme ihr gegeben hatte. Jetzt rief sie die Hebamme, die meinen Muttermund nochmal abtastete. Sie fragte, ob ich denn noch keinen Pressdrang hätte, weil der Muttermund eigentlich schon weit genug geöffnet wäre. Ich spürte aber kaum Pressdrang.

Geburtshocker für eine sitzende Geburt

Die Hebamme legte nun einige Krankenunterlagen auf den Boden und stellte einen Geburtshocker darauf, der aus einem hölzernen U auf drei Beinen bestand. Sie polsterte den Hocker mit einem Handtuch und ich setze mich nun hin. Ich fand diese Position sehr angenehm und konnte mir gut vorstellen, so das Kind zu gebären. Obwohl ich immer noch keinen starken Pressdrang hatte, drückte ich jetzt einfach und es platzte endlich die Fruchtblase!

In diesem Moment hörten wir unsere jüngere Tochter weinen und mein Mann, der an der Badezimmertür stand, ging zu ihr ins Spielzimmer. Meine Mutter saß immer noch hinter mir und massierte meinen Rücken. Mein Mann versuchte erfolglos die Kleine zu beruhigen.

Endlich Presswehen

Währenddessen bekam ich endlich einen Pressdrang und presste ganz kräftig, bis das Baby nach wenigen Minuten um 23:35 Uhr zur Welt kam und weinte. Die Hebamme fing es vorsichtig auf. Ich staunte, wie winzig es war. Bevor ich über das Geschlecht nachdenken konnte, sagte meine Mutter, dass es ein Mädchen sei.

Die Hebamme wickelte mein Neugeborenes, das sich schnell beruhigt hatte, in ein Handtuch und gab es mir auf den Arm.

Mein Mann, der das Baby hatte weinen hören, kam nun mit unserer mittleren, aufgebrachten Tochter ins Bad. Ich saß noch auf dem Geburtshocker mit dem Neugeborenen im Arm. Meine Mutter setzte sich neben mich und nahm unsere mittlere Tochter auf den Schoß, ich schlang meinen freien Arm um sie und sie beruhigte sich nun.

Nachgeburt mit zwei Kindern in den Armen

Mein Mann trennte mit einer Schere die Nabelschnur des Neugeborenen ab. Daraufhin drückte die Hebamme ein wenig auf meinen Bauch und löste damit die Nachgeburt aus. Nachdem die Plazenta von der Hebamme auf Vollständigkeit geprüft wurde, gab ich die Kinder ab.

Ich konnte mich kaum auf den Beinen halten. Mein Kreislauf war geschwächt, meine Beine zitterten sehr. Am besten hätte ich mich direkt ins Bett gelegt, aber aus unerfindlichen Gründen bildete ich mir ein, erst noch duschen zu müssen.

Unter der Dusche musste ich mich festhalten, weil ich keine Kraft in den Beinen hatte.

Ein Stück Plazenta gegen die Nachwehen

Nach dem Duschen, fragte mich meine Hebamme, ob ich nun ein Stück der Plazenta essen wolle. Wir hatten wenige Tage zuvor darüber gesprochen, dass die Hormone in der Plazenta helfen würden, die Nachwehen zu lindern. Ich hatte eigentlich gedacht, ich würde mich dazu nicht überwinden können. Aber in diesem Moment ekelte es mich nicht. Sie schnitt ein kleines Stückchen ab. „So klein?“ frage ich. Ich schlucke es direkt runter und wollte wissen, ob das nicht zu wenig sei. Daraufhin nahm ich freiwillig noch ein zweites Stück zu mir.

Ab ins Bett mit meinem Baby

Jetzt half mir die Hebamme, aus der Wanne zu steigen. Ich begab mich langsam ins Schlafzimmer und legte mich ins Bett. Meine Beine wackelten richtig und ich war völlig entkräftet. Eine vierte Geburt mache ich nicht mehr mit, sagte ich zu meinem Mann. Meine Mutter brachte mir Wasser und eine Banane.

Vermutlich, weil ich das Kind so schnell herausgepresst hatte, hatte ich diesmal im Gegensatz zur zweiten Geburt wieder einen kleinen Dammriss. Diesen nähte die Hebamme jetzt noch zu.

Das Baby lag inzwischen in Handtücher gewickelt neben mir. Es saugte fleißig an seiner Hand. Die Hebamme maß und wog es und zog es daraufhin an. Ich bot ihm nun die Brust an, an welcher es sich sofort festsaugte.

Meine mittlere Tochter war noch wach und legte sich zu uns. Mein Mann hatte inzwischen auch die Große vom Hochbett über mir runtergeholt und sie freute sich über ihre neue kleine Schwester.

Die Hebammen verabschiedeten sich bald und wir legten uns alle ins Bett.

Wird es mit jeder weiteren Geburt leichter?

Die dritte Geburt empfand ich als anstrengender als die zweite, obwohl man ja meinen könnte, mit jeder weiteren Geburt würde es leichter. Insgesamt war sie aber dennoch vergleichbar mit der zweiten. Sie dauerte zwar länger, aber die Abstände zwischen den Wehen waren dafür größer. Der Nachteil war, dass die Geburt diesmal nach einem langen, anstrengenden Tag stattfand, während die zweite Geburt frühmorgens war, nachdem ich acht Stunden geschlafen hatte.

Nachwehen hatte ich nach der dritten Geburt kaum, obwohl es eigentlich heißt, sie würden mit jeder weiteren Geburt schlimmer. Nach der zweiten Geburt fand ich diese grauenvoll. Vielleicht hat das Stück der Plazenta, das ich zu mir genommen hatte, tatsächlich geholfen. Viele Säugetiermütter (auch Pflanzenfresser) fressen wohl nach der Geburt die Plazenta. Das war also gar nicht außergewöhnlich oder unnatürlich.

Und so schnell vergisst man …

Der Schmerz bei der Geburt geriet wie jedes Mal schnell in Vergessenheit und hinderte uns natürlich nicht daran, uns für ein viertes Kind zu entscheiden. Schon bald kann ich über die nächste Geburt berichten. Der errechnete Geburtstermin ist Mitte Juli.

Lese hier, warum wir uns für eine Hausgeburt entschieden hatten:

Warum wir uns für eine Hausgeburt entschieden

2 comments:

Hallo Shani,
was für ein toller Geburtsbericht! Für die Geburt deines 4. Kindes wünsche ich dir das Beste! Über welchen Blog ich zu dir gestolpert bin, kann ich gerade nicht mehr sagen. Trotzdem bin ich sehr froh, dass es passiert ist. Auf der Seite “Über mich” habe ich gelesen und mir gleich gewünscht schon eher von dir erfahren zu haben.
Selbst bin ich 31 (bald 32) Jahre alt und habe 4 Kinder (8,6,4,2). Jetzt kannst du
wenigstens behaupten mal von jemandem gehört zu haben, der jung ist und auch viele Kinder hat. Gerne hätte ich ab dem 2. Kind meine Kinder auch zu Hause zur Welt gebracht. Allerdings gibt es bei uns einfach keine Hausgeburtshebammen (mehr). Eine habe ich gefunden (mit der wir uns noch immer gut verstehen), allerdings hatte sie gewisse Kriterien keine Hausgeburt durchzuführen (Betastreptokokken, Nähen eines Dammrisses). So kamen die letzten 3 ambulant im Krankenhaus zur Welt. Die Reaktionen vom Umfeld konnten unterschiedlicher nicht sein… Jedenfalls kann ich sagen, dass sie alle im gleichen Raum zur Welt gekommen sind und weitere Kinder kann ich mir auch sehr gut vorstellen.
In nächster Zeit werde ich sicher noch ein wenig hier bei dir stöbern!

Sei lieb gegrüßt
Conny

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Liebe Conny,

wie schön, dass du zu mir gefunden hast! Witzig, selber Jahrgang wie ich und auch vier Kinder innerhalb von sechs Jahren, so wie wir (bald). Ich wollte auch mit 23 mein erstes bekommen und nach 30 keines mehr. 😉 Jetzt kriege ich mein viertes mit 31. Denke aber, dass es das letzte ist. Die Entscheidung für das vierte Kind fiel uns wirklich schwer. Ich musste meinen Mann auch ein wenig überzeugen. Ich glaube, für ein fünftes wäre er nicht mehr zu haben.

Schade, dass es bei dir nicht klappte mit einer Hausgeburt. Ja, es ist wirklich total schwer, Hausgeburtshebammen zu finden. Sie müssen immer mehr für die Versicherung zahlen und verdienen für ihre Leistung viel zu wenig. Außerdem stehen sie dauernd unter Rufbereitschaft, können sich also wochenlang nicht weiter als eine Stunde entfernen, weil sie ja bei einer Geburt sofort zur Stelle sein müssen. Für die Rufbereitschaft können sie aber auch keine angemessene Vergütung verlangen, weil diese nicht von der Krankenkasse übernommen wird, sondern die Gebärenden selbst bezahlen müssen. Also für uns Gebärende ist eine Hausgeburt teurer als eine Klinikgeburt! Total absurd! Meine Hebamme meinte auch, dass in ihrem Kolleginnenkreis immer mehr mit Hausgeburten aufhörten. Echt sehr schade. Dabei seien gerade die Hausgeburten das Schönste an der Hebammenarbeit …

Ich freu mich, wenn du noch weiter bei mir stöberst. Du kannst meinen Blog auch sehr gerne abonnieren, dann bekommst du bei jedem neuen Beitrag (i.d.R. immer freitags) eine Mail-Benachrichtigung.

Im Übrigen bist du gar nicht so spät auf mich gestoßen. Meinen Blog habe ich erst Ende Januar gestartet. 🙂

Liebe Grüße

Shani

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