Familienbett sicherster schlafplatz für kinder

Das Familienbett – der sicherste und natürlichste Schlafplatz

In unserer Gesellschaft herrscht immer noch die Meinung vor, Babys müssten mindestens im eigenen Bett und Kleinkinder sogar schon im eigenen Zimmer schlafen. Argumentiert wird mit der Selbständigkeit der Kinder, die dadurch angeblich gefördert würde. Außerdem stünde der Partner an erster Stelle und die Kinder kämen danach. Als würde ein Familienbett Zweisamkeit mit dem Lebensgefährten ausschließen.

Würden alle Familien verteilt auf einsamen Inseln leben, glaube ich nicht, dass irgendjemand seine Kleinkinder woanders schlafen lassen würde als in seiner unmittelbaren Nähe. Aber hier, geprägt durch die eigene Kindheit und durch Kommentare der Angehörigen, entschließen sich immer noch die meisten Eltern dazu, ihre Kinder schon sehr früh oder sogar von Geburt an separat schlafen zu lassen und nehmen dafür sogar oft zahlreiche Tränen und ein langes Training in Kauf.

Auch in meiner Familie gab es eine ganz klassische Schlafaufteilung. Als Neugeborene schliefen mein großer Bruder und ich im Elternschlafzimmer in einem Gitterbett. Das Stillen hatte bei uns beiden nur wenige Wochen geklappt. Erst meinen kleinen Bruder konnte meine Mutter dank der richtigen Beratung einer Freundin über mehrere Monate stillen.

Mein Bruder schlief zwar noch im Gitterbett ein, aber entgegen aller Ratschläge, die meine Mutter bei ihren ersten Kindern erhalten hatte, nahm sie ihn beim ersten Erwachen zum Stillen zu sich ins Bett und behielt ihn bei sich. Sie schwärmte mir später vor, wie einfach und wunderschön das gewesen sei. Sie habe nie aufstehen müssen und habe sich nachts bestens erholen können.

Aufgrund der positiven Erfahrung meiner Mutter, hatte ich vor, es mit meinem Baby genauso zu machen. Wir bekamen ein Beistellbettchen geliehen, in welchem unser Baby einschlafen sollte. Beim ersten Erwachen würde ich es zu mir nehmen, so der Plan.

Das Beistellbettchen kam jedoch nie in Gebrauch, sondern diente lediglich als Rausfallschutz. Ich genoss es von Anfang an, mein Baby dicht bei mir liegen zu haben, auch zum Einschlafen.

Wir hatten immer erholsame Nächte

Auch bei mir klappte das Stillen in der Nacht wunderbar im Liegen. Mein Baby musste lediglich ein leichtes Geräusch von sich geben, schon merkte ich es, bot ihm die Brust an und schlief stillend weiter. Mein Baby weinte nachts nie und weder mein Mann, noch ich mussten nachts aufstehen. Obwohl das Baby mehrmals die Brust verlangte, war ich morgens sehr gut erholt. Auch mein zweites und drittes Baby weinten in der Nacht so gut wie nie und das Stillen funktionierte wunderbar im Halbschlaf.

Die Schlafrhythmen von Mutter und Kind passen sich einander an

Ich las später in diversen Büchern, dass die Schlafrhythmen von Mutter und Kind sich einander anpassten, wenn die beiden dicht bei einander schliefen. Das erklärt, weshalb ich nie aus Tiefschlafphasen geweckt wurde, wenn mein Baby aufwachte und gestillt werden wollte. Ich konnte immer schnell reagieren, noch ehe mein Baby zu weinen anfing.

Ich begleite die Kinder bis heute in den Schlaf

Wir hatten nie den Anspruch, dass unsere Kinder abends alleine einschlafen müssen. Das wäre sicher nicht leicht erreichbar, sondern mit vielen Tränen verbunden gewesen. Für mich gab es dafür keinen Grund. Es stört mich nicht, mich mit meinen Kindern hinzulegen bis sie schlafen. In der Regel schlafen sie nach fünfzehn bis zwanzig Minuten ein.

Meine große Tochter, die eigentlich bei ihrem Vater im Hochbett über mir schläft, liegt dann erstmal auf einer kleinen Matratze an meinem Kopfende und hält meine Hand. Die Mittlere schläft hinter mir und kuschelt sich an meinen Rücken, die Kleine liegt vor mir in meinem Arm. Es kam nie vor, dass unsere Kinder sich dagegen wehrten, ins Bett zu gehen. Sie gingen alle schon immer gerne ins Bett.

Sobald sie eingeschlafen sind, stehe ich wieder auf und verbringe den Rest des Abends mit meinem Mann. Wenn er ins Bett geht, nimmt er unsere älteste Tochter zu sich ins Hochbett, damit auch er nicht alleine schlafen muss und sich an jemandem wärmen kann.

Die Zeit mit den Kindern im Bett kommt nicht zurück

Es ist ein wundervolles Gefühl, wenn ich mich abends zu meinen schlafenden Kindern ins Bett lege. Die Zeit, in der ich das Bett mit meinem Mann teile, wird früh genug wiederkommen. Aber die Jahre, in denen unsere Kinder bei uns schlafen wollen, geht schneller vorbei als es uns lieb sein wird. Und sie kommt nie wieder zurück!

Ich denke, dass das Familienbett Kindern sehr viel Geborgenheit vermittelt und dass sie dadurch Sicherheit und Selbstvertrauen gewinnen.

Auch für Eltern, die tagsüber wenig Zeit für die Kinder haben, kann es eine wunderbare Kompensation sein, in der Nacht diese Nähe miteinander zu teilen.

Ist das Familienbett eine Gefahr für das Neugeborene?

Ich weiß von vielen Müttern, dass sie sich nicht trauten, ihr neugeborenes Baby zu sich ins Bett zu nehmen. Sie hatten Angst, es könnte überhitzen oder unter der Decke ersticken. Ich selbst machte mir in dieser Hinsicht keine Sorgen. Mein Baby schlief ganz dicht bei mir, ich konnte seinen Atem spüren. Ich war überzeugt, dass ich auch im Schlaf auf mein Baby achten würde. Ich falle nachts ja auch nicht aus dem Bett, denn auch darauf achte ich im Schlaf.

Mir hätte es Angst gemacht, mein Baby nachts wegzulegen

Ich hätte eher Angst gehabt, mein Baby in ein anderes Bett oder ein anderes Zimmer zu legen. Ich hätte mich unsicher gefühlt, ob ich auf seine Bedürfnisse würde reagieren können. Ob ich es schnell genug hätte hören können, wenn es sich nicht wohl fühlte.

Wenn ein Baby oder Kleinkind im eigenen Zimmer nachts aufwacht, muss es richtig wach und laut werden, bis die Eltern im Nebenraum es hören. Im Familienbett hingegen können Eltern sofort reagieren, bevor das Kind sich in Rage schreit.

Wenn unsere Kinder wegen eines Albtraums weinend aufwachen, sind wir sofort da und können sie in den Arm nehmen und beruhigen.

Da ich mein Baby bei mir hatte, konnte ich feststellen, wenn es schwitzte und darauf reagieren, indem ich die Decke etwas entfernte.

Ungenaue Studien werden zitiert

Man liest noch häufig, dass Babys im eigenen Bettchen sicherer wären als im Familienbett. Dazu las ich jedoch eine interessante Erläuterung von Herbert Renz-Polster. Der Grund für solche Behauptungen sei, dass unter das „Familienbett“ auch Fälle gezählt würden, bei denen die Mutter sich in der Nacht auf einen Sessel setzte, um ihr Kind zu stillen und dort einschlief. Genauso seien Eltern miteinbezogen worden, die Drogen oder Medikamente nahmen.

Am sichersten und natürlichsten ist das Familienbett

In Wirklichkeit sind aber Babys, deren Eltern keine Medikamente und keine Drogen nehmen, nirgendwo sicherer als im Elternbett neben der Mutter. Das sollte ja niemanden wundern, denn es ist meiner Meinung nach das einzig Natürliche und wurde zu Urzeiten sicher nicht anders gehandhabt. Am wenigsten gut geschützt vor dem plötzlichen Kindstod sind diese Neugeborenen, die im eigenen Zimmer schlafen. Dies beweisen zahlreiche Studien eindeutig.

Ein Onkel meines Mannes, der einen Bauernhof betreibt, ließ seine Kinder ebenfalls in seinem Bett schlafen und argumentierte, dass auch die uns verwandten Affen ihre Babys zum Schlafen nicht weglegen würden. Warum sollte das bei uns Menschen das Richtige sein?

Natürlich muss jede Familie für sich selbst die ideale Lösung finden. Aber ich wünsche mir, dass keine Eltern, die ihr Kind eigentlich gerne bei sich schlafen ließen, es aufgrund falscher Informationen und unnötigen Ängsten unterlassen.

Bleiben Kinder, die im Familienbett schlafen, unselbständig?

Ich wüsste nicht, was die Schlafsituation mit der Selbständigkeit von Kindern zu tun haben sollte. Meine älteste Tochter löst sich immer mehr von mir, genau wie das alle anderen Kinder auch machen. Sie übernachtet bei anderen Kindern und fährt für mehrere Tage zu ihren Großeltern in die Schweiz.

Irgendwann wird der Zeitpunkt kommen, in dem sie nicht mehr bei uns schlafen möchte. Dann bekommt sie ihr eigenes Bett. Bis dahin sparen wir Platz, weil wir kein Extrabett für sie brauchen und kommen wunderbar in unserer Dreizimmerwohnung zurecht.

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