Wie kann man als Mutter alles schaffen

Wie schaffst du das bloß alles?

Das ist eine Frage, die mir schon oft gestellt wurde. Ist dir das nicht zu viel? Es wäre gelogen, wenn ich behaupten würde, dass ich alles schaffte und es mir nie zu viel wäre. Mir ist es sehr wohl manchmal zu viel. Wenn ich zum Beispiel pünktlich irgendwo hin muss, eines meiner Kinder aber gerade keine Lust hat, sich anziehen zu lassen. Oder wenn ich mit allen Kindern einkaufen gehe und das Gebrüll losgeht, was ich ihnen doch alles kaufen möge. Es lassen sich unzählige Beispiele aufzählen für Situationen, in denen es mir zu viel ist und ich auch gerne mal die Nerven verliere. Ich kann mir kaum vorstellen, dass es Mütter gibt, denen es nie zu viel ist. Aber in welchem Job ist es einem denn nie zu viel? Auch im Berufsleben gibt es meistens Phasen, in denen man nicht mehr weiß, wo einem der Kopf steht. Vielleicht werden die Nerven nicht auf die gleiche Weise strapaziert, sondern man leidet stattdessen unter einem Leistungs- oder Zeitdruck.

Keine Mutter schafft alles

Es ist unmöglich, als Mutter alles zu schaffen. Selbst wenn man viel Unterstützung im Haushalt und eine Kinderbetreuung hat, schafft man nicht alles, denn um die Kinder und um den Haushalt kümmert sich ja dann (zumindest vorübergehend) jemand anderes. Auch ich habe ein bis zwei Mal pro Woche eine Babysitterin für ein paar Stunden, sodass ich in dieser Zeit einiges erledigen kann. Aber Prioritäten zu setzen ist als Mutter dennoch unumgänglich. Kinder fordern viel Zuwendung. Sie sitzen nicht den ganzen Tag zufrieden in ihrem Kinderzimmer und spielen für sich alleine. Sie wollen etwas essen, müssen auf die Toilette, brauchen Hilfe bei einem Spiel oder einer Bastelarbeit oder sie wollen einfach nur Aufmerksamkeit und lassen einem keine Ruhe, um die Zeit für seine Hobbys zu nutzen. Und an vielen Stellen muss man als Eltern Abstriche machen.

Abstriche sind nötig, eigenen Bedürfnissen nachzugehen ebenso

Bei mir gibt es selbstverständlich auch Dinge, die ich in meinem Alltag als Mutter nicht mehr schaffe. Ich war früher drei bis vier Mal pro Woche früh morgens schwimmen. Jetzt arbeite ich in den frühen Morgenstunden, um etwas Geld dazu zu verdienen. Das Schwimmen musste ich erstmal auf Eis legen. Wünsche wie Klamotten shoppen oder in die Massage zu gehen habe ich nicht, aber auch ich habe Freizeitbeschäftigungen, die mir viel bedeuten und auf die ich nicht verzichten könnte. Zum Beispiel mein Tagebuch oder unsere Fotoalben zu führen. Sich auch als Eltern etwas zu ermöglichen, halte ich für sehr wichtig. Denn wenn man nur noch für die Wünsche und Bedürfnisse seiner Kinder da ist und seine eigenen Bedürfnisse völlig hintenanstellt, ist Frust vorprogrammiert.

Freizeitbeschäftigungen, denen ich aus dem Weg gehe

Auch bezogen auf die Kinder komme ich manchmal an meine Grenzen und lasse gewisse Freizeitbeschäftigungen mit ihnen schlicht und einfach wegfallen. Alleine mit den Dreien Schlittenfahren, ins Schwimmbad, ins Museum oder auf das Oktoberfest, sowas tue ich mir nicht an, zumindest nicht, solange die Kinder noch so klein sind. Ich kenne Mütter und Väter, die in dieser Beziehung mehr auf sich nehmen. Ich bevorzuge es, mit den Kindern etwas zuhause zu spielen oder zu lesen, einfach nur auf einen Spielplatz in unserer Nähe zu gehen oder eine Freundin mit Kindern einzuladen bzw. zu besuchen.

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